Archiv für September 2012
VfB Stuttgart: Und schon wieder eine Herbstkrise
Trotz nur sehr geringer Investitionen und der Abgänge einiger erfahrener Profis wie Mathieu Delpierre, Khalid Boulahrouz oder auch Julian Schieber gab man beim VfB Stuttgart nach der starken Rückrunde zuversichtlich die erneute Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb als Ziel aus.
Nach fünf Spielen ohne Sieg und nur zwei Punkten stecken die Schwaben nun aber wieder einmal in ihrer fast schon traditionellen Herbstkrise, die mit Ausnahme des vergangenen Jahres, als sich der VfB unter Bruno Labbadia von Beginn an in der oberen Tabellenhälfte festsetzen konnte, seit 2008 stets den jeweiligen Trainer den Arbeitsplatz kostete. Beginnend mit Armin Veh 2008 über Markus Babbel 2009 bis hin zu Christian Groß und Jens Keller im Jahr 2010 mussten gleich vier Fußball-Lehrer im Verlauf einer Hinrunde gehen.
Stuttgarter Comeback in der Rückrunde?
Dieses Schicksal möchte sich Labbadia nun ersparen, muss dafür aber schleunigst die Kurve kriegen, was in Anbetracht der schwachen Vorstellung seiner Mannschaft beim 0:3 gegen die TSG 1899 Hoffenheim aber alles andere als einfach werden dürfte. Vielmehr offenbart die Elf derzeit Probleme von hinten bis vorne. Lediglich Torwart Sven Ulreich darf man aktuell von jeglicher Kritik ausnehmen, während andere Schlüsselspieler wie Serdar Tasci, William Kvist oder Tamas Hajnal zum Teil weit unter Form spielen.
Ibisevic weiter von der Rolle?
Wenn dann auch noch Vedad Ibisevic nicht trifft oder wie nach seinem völlig unnötigen Platzverweis gegen den FC Bayern München gesperrt fehlt, läuft offensiv wenig zusammen bei den Schwaben, die sich überdies zahlreiche individuelle Schnitzer und unnötige Ballverluste erlauben.
Gelingt dem VfB in den kommenden Spielen beim 1. FC Nürnberg, gegen Bayer Leverkusen und beim Hamburger SV sowie dazwischen in der Europa League bei Molde FK in Norwegen nicht die Wende, wird wohl auch die Kritik an Labbadia zunehmen, der derzeit noch einigermaßen in Ruhe gelassen wird.
Eishockey DEL: Adler Mannheim kassieren erste Niederlage – Kölner Haie Spitzenreiter
Während die Eisbären Mannheim als Titelverteidiger am vierten Spieltag der Deutschen Eishockey-Liga mit 4:5 beim ERC Ingolstadt schon die dritte Niederlage kassierten und weiter auf der Suche nach ihrer Form sind, wiesen die Adler Mannheim als Vize-Meister bis zum gestrigen Sonntag eine blütenweiße Weste auf. Bei den Augsburger Panthern, die ihrerseits damit alle ihre drei bislang absolvierten Spiele gewonnen haben, setzte es für Mannheim am Sonntagnachmittag mit 3:4 aber nun die erste Pleite.
Eisbären weiterhin im Tal der Tränen
Eine Niederlage, die eigentlich nicht nötig gewesen wäre, gingen die Adler doch in der 36. Minute durch Frank Maurer zum zweiten Mal in diesem Spiel in Führung. Der 3:2-Vorsprung hielt aber nicht lange und wurde von den Gastgebern durch John Zeiler noch kurz vor Ende des zweiten Drittels egalisiert. Im Schlussdrittel war es dann Mario Valery-Trabucco, der zum entscheidenden 4:3 traf und für Jubel aufseiten der Panther sowie Tristesse bei den Adlern sorgte.
Kölner Haie stürmen die Spitze
Klar auf Erfolgskurs liegen unterdessen die Kölner Haie, die dem 3:2 nach Penalties zum Auftakt gegen die Krefeld Pinguine drei weitere Siege nach regulärer Spielzeit folgen ließen. Gestern siegten die Haie bei den Iserlohn Roosters mit 3:1 und setzten sich dank der Mannheimer Niederlage auf Rang eins. Gut in die Saison gestartet sind auch die Hamburg Freezers, die am Sonntag gegen EHC Red Bull München mit 1:0 die Oberhand behielten und nach drei Siegen und einer Niederlage genau wie die Adler Mannheim und die Augsburger Panther neun Punkte auf dem Konto haben.
Am Sonntag besiegte außerdem die Düsseldorfer EG die Grizzly Adams Wolfsburg mit 2:1 nach Penalties und die Straubing Tigers gewannen mit 3:2 gegen Krefeld.
Champions League: Auftakt nach Maß für die deutschen Vertreter
Nachdem in der vergangenen Saison Borussia Dortmund nach sechs überwiegend enttäuschenden Auftritten schon nach der Gruppenphase die Segel streichen musste und Bayer Leverkusen im Achtelfinale vom FC Barcelona und Lionel Messi nach allen Regeln der Kunst vorgeführt wurde, lässt sich der Auftakt der deutschen Vertreter in die neue Saison der Champions League deutlich besser an.
FC Bayern, BVB 09 und Schalke im Gleichschritt!
Größter Hoffnungsträger des deutschen Fußballs ist auf internationaler Ebene natürlich erneut der FC Bayern München, der nach der riesigen Enttäuschung des verlorenen “Finale dahoam“ einen neuen Angriff auf die europäische Krone nehmen will. Der Start ist dem deutschen Rekordmeister jedenfalls schon einmal gelungen. Mit einem trotz des knappen Ergebnisses nie gefährdeten 2:1-Erfolg gegen den FC Valencia hat der FC Bayern den vermeintlich stärksten Gruppengegner schon besiegt und den Grundstein für das Achtelfinale gelegt.
Seine Pflicht erfüllt hat derweil Borussia Dortmund mit dem 1:0 gegen Ajax Amsterdam. Der Sieg gegen den niederländischen Meister, den Robert Lewandowski mit seinem goldenen Tor erst drei Minuten vor dem Ende sicherstellte, war vor allem in Anbetracht der anstehenden Duelle mit Manchester City und Real Madrid eminent wichtig.
Kein Glück vom Punkt!
Anders als der BVB, der im Vorjahr beim griechischen Meister mit 1:3 unterlag, nahm der FC Schalke 04 die Hürde Olympiakos Piräus relativ souverän und siegte zum Start mit 2:1. Im kommenden Heimspiel gegen den HSC Montpellier, der gegen den FC Arsenal mit Per Mertesacker und Lukas Podolski mit 1:2 den Kürzeren zog, kann Schalke vor dem Duell mit den Gunners schon einen riesigen Schritt in Richtung Achtelfinale machen.
Verbessern müssen sich alle deutschen Vertreter indes vom Elfmeterpunkt. Sowohl Bayerns Mario Mandzukic als auch Dortmunds Mats Hummels und Schalkes Klaas Jan Huntelaar vergaben einen Strafstoß, was diesmal noch gut ging, aber auf Dauer sicherlich nicht ohne Folgen bleiben dürfte.
Primera Division: FC Barcelona enteilt Real Madrid
Der Stachel beim FC Barcelona sitzt noch tief, nachdem die Katalanen vergangene Saison die spanische Meisterschaft nach zuvor drei Titeln in Folge Erzrivale Real Madrid überlassen mussten und obendrein auch noch im Halbfinale der Champions League gegen den FC Chelsea den Kürzeren zogen. Am Ende reichte es für das große Barca nur zum Gewinn des spanischen Pokals, was für die Ansprüche des Vereins, der sich selbst „Mehr als ein Klub“ nennt, zu wenig war.
Erfolg auch ohne Guardiola?
In der neuen Spielzeit will Barca nun wieder in allen Wettbewerben abräumen, obwohl Erfolgscoach Pep Guardiola nach vier Jahren seinen Vertrag nicht mehr verlängert hat und sich eine Auszeit gönnt. Weil mit Tito Vilanova Guardiolas bisheriger Assistent nun das Kommando übernommen hat, der früher schon in der Jugend einige der jetzigen Stars wie Lionel Messi, Cesc Fabregas oder Gerard Pique unter seinen Fittichen hatte und damit auch einen Anteil an ihrer großen Karriere besitzt, besteht Grund zur Hoffnung, dass sich der Zauberfußball der vergangenen Jahre fortsetzt.
Özil in der Kritik!
Und zumindest der Auftakt in die neue Saison ist vollends gelungen, einmal abgesehen vom verlorenen spanischen Supercup gegen Real Madrid, der im Vergleich zur Meisterschaft oder zur Champions League aber keine nennenswerte Bedeutung besitzt. In der Liga hat Barca die ersten vier Partien allesamt gewonnen und dabei mit 12:3-Toren schon wieder beeindruckt. Insbesondere Messi ist mit sechs Treffern schon wieder in Top-Form und auf dem Weg, an seine 50 Meisterschaftstore des letzten Jahres anzuknüpfen.
Besonders wertvoll sind die vier Siege zum Start deshalb, weil Real Madrid neben einem Sieg und einem Remis bereits zweimal verloren hat und so schon acht Zähler zurückliegt. In Anbetracht der Stärke der Katalanen dürfte es nicht einfach werden für die Königlichen, Barca auf die Pelle zu rücken.
Bundesliga, 3. Spieltag: Bayer Leverkusen fordert Borussia Dortmund
Nach der Länderspielpause, die aus deutscher Sicht trotz der Siege gegen die Färöer und in Österreich aufgrund der dürftigen Leistungen der DFB-Elf nicht wirklich zufriedenstellend verlaufen ist, steht am Wochenende der dritte Spieltag der Bundesliga auf dem Programm.
Während der FC Bayern München mit dem 1. FSV Mainz 05 in der Allianz Arena einen schlagbaren Gegner vorgesetzt bekommt und im Normalfall die Tabellenführung verteidigen dürfte, wartet auf Borussia Dortmund mit Bayer Leverkusen ein harter Brocken. Gegen die Werkself tat sich der BVB in den vergangenen Jahren stets schwer, auch wenn die Bilanz der letzten beiden Meisterjahre mit zwei Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage positiv ist.
Gelingt Bayer endlich ein Sieg gegen den BVB?
Doch abgesehen vom überragend herausgespielten 3:1 im Januar 2011 in der BayArena hatte Dortmund mit Leverkusen immer enorme Probleme, wie ein Blick auf die vergangene Saison zeigt, in der es im Hinspiel in Leverkusen ein torloses Remis gab und die Borussia im Signal-Iduna-Park nur knapp mit 1:0 die Oberhand behalten hat.
Und in Anbetracht der bisher eher durchwachsenen Leistungen des BVB beim 2:1 gegen Bremen und beim 1:1 in Nürnberg, verwundert es nicht, dass sich Bayer in Dortmund etwas ausrechnet. Individuell bringt die Elf von Teamchef Sami Hyypiä und Trainer Sascha Lewandowski jedenfalls alles mit, um selbst in den Titelkampf eingreifen zu können.
Reus mit an Bord
Voraussetzung ist aber, dass die mit etlichen herausragenden Einzelkönnern wie Stefan Kießling, Lars Bender, oder Andre Schürrle gespickte Mannschaft endlich zu konstanten Leistungen findet und sich von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen lässt.
Beim BVB ist man derweil froh, dass sich die Verletzung von Marco Reus aus dem Länderspiel in Wien als harmlos erwiesen hat und der Neuzugang auflaufen kann. Somit wird Trainer Jürgen Klopp vermutlich auf die Elf der ersten beiden Spieltage setzen, die die Gelegenheit dazu erhält, sich zu steigern.