Archiv für September 2012
Großer Preis von Italien: Schwerer Rückschlag für Titelverteidiger Sebastian Vettel
Nachdem Sebastian Vettel bei den letzten beiden Rennen in Ungarn und Belgien Boden auf den in der Gesamtwertung führenden Fernando Alonso gut gemacht und damit auch bei sich selbst wieder große Hoffnung auf den dritten WM-Titel in Serie geweckt hatte, bedeutete der Große Preis von Italien in Monza einen herben Rückschlag für den Heppenheimer, der auf einer seiner Lieblingsstrecken eigentlich noch näher an Rang eins heranrücken wollte.
Platz 1 rückt für Vettel in weite Ferne!
Doch weil Vettel fünf Runden vor dem Ende mit einer defekten Lichtmaschine aufgeben musste, konnte der nur von Rang zehn gestartete Alonso, der sich letztlich auf den dritten Platz vorarbeitete, seinen Vorsprung auf Vettel sogar auf 39 Zähler ausbauen, was bei nur noch sieben ausstehenden Rennen schon ein ordentliches Polster darstellt. Für Vettel kam es indes sogar noch schlimmer, denn während auch sein Teamkollege im Red Bull, Mark Webber mit technischen Problemen zu kämpfen hatte und die Zielflagge nicht sah, zogen in der Gesamtwertung Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen am Titelverteidiger vorbei und sind nun die ersten Verfolger von Ferrari-Pilot Alonso.
Start-Ziel-Sieg für Hamilton!
Der Spanier war mit Platz drei bei seinem Heimrennen nach einem enttäuschenden Qualifying verständlicherweise hochzufrieden. Sicherlich auch, weil sich sein Auto diesmal gegenüber dem Red Bull von Vettel als überlegen erwies. So lieferten sich die beiden Rivalen über mehrere Runden hinweg ein intensives Duell, das letztlich mit einer Durchfahrtstrafe für Vettel endete, der Alonso mit einem leichten Schlenker ins Gras befördert hatte, seinen Konkurrenten aber nach einigen zunächst noch abgewehrten Überholversuchen schon vor dem Urteil der Rennkontrolleure vorbeilassen musste.
Hamilton lieferte derweil ein blitzsauberes Rennen ab und fuhr von der Pole Position aus zum verdienten Sieg vor dem Überraschungs-Zweiten Sergio Perez vom Sauber F1 Team. Nach seinem zweiten Sieg in den letzten drei Rennen dürfte Hamilton nun der Hauptkonkurrent Alonsos im Kampf um den WM-Titel sein.
WM-Qualifikation: Es wird eng für Lukas Podolski und Toni Kroos
Gut zwei Monate nach dem 1:2 gegen Italien und dem damit verbundenen enttäuschenden Halbfinal-Aus bei der EM 2012 beginnt für die deutsche Nationalmannschaft heute in Hannover wieder der Ernst des Lebens. Zum Auftakt der Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien wartet mit den Färöer Inseln ein Gegner, gegen den alles andere als ein klarer Sieg eine Sensation wäre.
Auch wenn seine Mannschaft haushoher Favorit ist, wird Bundestrainer Joachim Löw die Aufgabe gegen den Inselstaat aus dem hohen Norden nicht unterschätzen. In Erinnerung sein dürften Löw dabei noch die letzten beiden Spiele einer deutschen Mannschaft gegen die Färöer im Rahmen der Qualifikation für die EM 2014. Damals mühte sich die DFB-Elf ebenfalls in Hannover zu einem 2:1 und gewann das Rückspiel in Tórshavn ebenfalls nur relativ knapp mit 2:0.
Sekt oder Selters?
Weil kein Spaziergang zu erwarten ist, wird Löw seine derzeit beste Elf auf den Platz schicken, in der der noch nicht nominierte, da noch nicht hundertprozentig fitte Bastian Schweinsteiger ebenso fehlen wird wie der verletzte Mario Gomez. Ansonsten sind aber alle Mann an Bord, womit auf einigen Positionen die Auswahl groß ist und der eine oder andere Etablierte um seinen Platz bangen muss. Vor allem Lukas Podolski droht nach schwachen Auftritten bei der EM mehr denn je die Bank.
Karten werde neu gemischt!
Aller Voraussicht wird der ehemalige Kölner auf dem linken Flügel von Marco Reus verdrängt. Am Neu-Dortmunder Reus jedenfalls kommt Löw nach dessen starken Leistungen in den vergangenen Monaten nicht mehr länger vorbei.
Zittern muss um seinen Platz im zentralen Mittelfeld auch Toni Kroos, dem in Lars Bender ein großer Konkurrent erwachsen ist. Gegen die Färöer fehlt Kroos zwar wegen einer Beckenverletzung ohnehin, wird es aber auch in den Spielen danach nicht einfach haben.
Paralympics: Schon neunmal Gold für Deutschland – Ilke Wyludda verpasst Medaille
Nach den aus deutscher Sicht eher durchwachsen verlaufenen Olympischen Spielen 2012 in London, reihen die Sportler aus Deutschland bei den Paralympics in der britischen Metropole einen Erfolg an den anderen. Alle Medaillenhoffnungen gingen aber auch nicht in Erfüllung.
Nach sechs Wettkampftagen stehen auf der Habenseite der deutschen Athleten neben elfmal Silber und zehnmal Bronze schon neun Goldmedaillen. Zwei davon gehen auf das Konto der querschnittsgelähmten Dressurreiterin Hannelore Brenner, die sich nach der Pflicht auch in der Kür im Greenwich Park durchsetzen konnte und damit nahtlos an ihre Erfolge von Peking 2008 anknüpfte, als die 49-Jährige ebenfalls zweimal ganz oben auf dem Treppchen stand. Der aus dem rheinland-pfälzischen Wachenheim stammenden Brenner war nach ihrem Erfolg das Glück förmlich ins Gesicht geschrieben: “So eine fantastische Wertung, das ist einfach toll, toll, toll.“
Deutsche Reiter überzeugen!
Gegenüber der Nachrichtenagentur “dpa“ zeigte sich auch Karl Quade in seiner Funktion als Chef de Mission der deutschen Mannschaft hochzufrieden und sieht die Ausnahmestellung Deutschland im Reitsport einmal mehr untermauert: “Das ist jetzt schon ein Riesenerfolg besonders für die Reiter, wir haben bewiesen, dass wir eine Pferdesportnation sind.“
Zu den bisherigen Erfolgen soll aber noch die eine oder andere Medaille kommen. Hoffnung auf Gold machen dürfen sich unter anderem weiterhin die deutschen Basketballer. Während die Frauen nach einem 55:44 über Großbritannien schon im Halbfinale stehen, wartet auf die Männer nach Erreichen der K.O.-Runde mit den USA eine große Herausforderung. Ebenfalls im Halbfinale steht Sabine Ellerbrock im Rollstuhltennis, die somit ebenfalls gute Chancen auf eine Medaille besitzt.
Luft nach oben bei den Leichtathleten!
In der Leichtathletik verlief er Dienstag aus deutscher Sicht dagegen eher enttäuschend, nachdem am Montagabend Speerwerferin Birgit Kober noch mit einem neuen Weltrekord für Aufsehen gesorgt hatte. So scheiterte Diskuswerferin Ilke Wyludda, die vor 16 Jahren bei den Olympischen Spielen in Atlanta Gold gewonnen hatte, trotz persönlicher Bestleistung schon in der Qualifikation. Die 43-Jährige, der vor eineinhalb Jahren nach einer bakteriellen Infektion der rechte Unterschenkel amputiert werden musste, schaffte erst sehr spät die Norm für die Behindertenspiele und wirkte auch aufgrund der kurzen Vorbereitung noch nicht richtig austrainiert. Dennoch war Wyludda, die am Samstag auch noch im Kugelstoßen antritt, mit ihrer Leistung nicht unzufrieden: “Ich habe Bestleistung geworfen, also habe ich alles erreicht, was ich wollte.“
Verlorener WM-Titel: Felix Sturm denkt schon an Revanche
Mit dem Traum von der Doppelweltmeisterschaft war Felix Sturm am Samstagabend in den Vereinigungskampf gegen den australischen IBF-Champion Daniel Geale gegangen. Am Ende eines aus deutscher Sicht enttäuschenden Abends stand Sturm dann aber mit leeren Händen da, nachdem er durch die Niederlage nach Punkten nicht nur seinen zweiten WM-Gürtel verpasst, sondern auch noch seinen WBA-Titel im Mittelgewicht eingebüßt hatte.
Besonders bitter war die Niederlage für den gebürtigen Leverkusener, weil objektive Beobachter des Kampfes eigentlich keinen Zweifel daran hatten, dass Sturm der technisch bessere Boxer ist, doch fand der 33-Jährige in der König-Pilsener-Arena nicht zu seiner Form und konnte so auch seinen klaren Reichweitenvorteil nicht ausspielen.
Sturm unterschätzt Geale!
Die meisten Experten waren sich daher auch einig darüber, dass die Niederlage Sturms keineswegs unverdient war, auch wenn dieser unmittelbar nach seiner Niederlage noch erklärt hatte, sich den Kampf noch einmal in aller Ruhe ansehen zu wollen und ein Fehlurteil der drei Punktrichter nicht ausschließen wollte. Inzwischen dürfte Sturm aber erkannt haben, dass das Votum der Richter für Geale und damit seine dritte Niederlage im 42. Profikampf in Ordnung ging.
Lange wollte sich Sturm, der vor Samstag seit dem technischen K.o. gegen den Spanier Javier Castillejo im Jahr 2006 unbesiegt geblieben war, mit der Bewertung der Niederlage aber nicht aufhalten. Stattdessen brachte der Mittelgewichtler, der vor dem Kampf gegen Geale schon öffentlich mit einem Fight gegen den frischgebackenen Supermittelgewichts-Weltmeister Arthur Abraham geliebäugelt hatte, sofort ein Rematch ins Gespräch. Dass Sturm von Geale die Gelegenheit zur Revanche erhält, scheint momentan unmöglich.
Abraham vs. Sturm in weite Ferne gerückt!
Felix Sturm wurde vor Vertragsunterzeichnung ein Remacht angeboten. Eine Niederlage gegen den Australier hatte Sturm anscheinend nicht auf dem Schirm und schlug es aus, das Rematch vertraglich zusichern zu lassen. Das Management von Geale möchte aus diesem Grund Felix Sturm keine Revanche anbieten! Wie es mit Sturm weitergeht, ließ der 33-Jährige jedoch offen.
Auch ein Kampf gegen Arthur Abraham, dem Felix Sturm vor ein paar Tagen noch unterstellte, nur Fallobst zu boxen, dürfte in weite Ferne gerückt sein. Abraham sieht sicherlich keine Veranlassung gegen den Leverkusener anzutreten.
Champions League: Hammergruppe für Borussia Dortmund
Die Auslosung der Gruppenphase der Champions League wurde bei den drei deutschen Vertretern unterschiedlich aufgenommen. Während der FC Bayern München und der FC Schalke 04 vor lösbaren Aufgaben stehen, erwischte es Borussia Dortmund ziemlich heftig.
In Gruppe D bekommt es der deutsche Meister mit Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam zu tun. Gegen die Landesmeister aus Spanien, Italien und Holland wird der BVB mehrmals über sich hinauswachsen müssen, soll der Einzug ins Achtelfinale gelingen. Zum Auftakt gegen Ajax Amsterdam am 18. September ist vor heimischem Publikum ein Sieg in jedem Fall Pflicht, bevor es dann auf die Insel zu Manchester City geht und die Königlichen aus Madrid ihre Visitenkarte im Signal-Iduna-Park abgeben.
Bayern mit Martinez gegen seine Landsleute
Klar ist aber auch, dass ein Vorrunden-Aus anders als im vergangenen Jahr, als der BVB hinter Arsenal, Olymique Marseille und Olympiakos Piräus nur Vierter wurde, diesmal keine allzu große Enttäuschung bedeuten würde.
Wiedersehen mit Podolski und Mertesacker
Fast exakt die gleiche Gruppe wie Dortmund vor einem Jahr hat nun der FC Schalke 04 erwischt. Die Königsblauen bekommen es mit Piräus und Arsenal sowie dem französischen Meister zu tun, der vergangenes Jahr Marseille und diesmal SC Montpellier heißt. In dieser Gruppe ist Arsenal mit Lukas Podolski und Per Mertesacker der Top-Favorit, doch auch Schalke ist eine gute Rolle zuzutrauen, auch wenn die Mannschaft von Trainer Huub Stevens vor allem die heimstarken Griechen von Olympiakos Piräus nicht unterschätzen sollte.
In die auf dem Papier leichteste Gruppe aller deutschen Klubs wurde der FC Bayern München gelost. Der deutsche Rekordmeister ist gegen den FC Valencia, den OSC Lille aus Frankreich sowie den weißrussischen Serienmeister BATE Borisov klarer Favorit auf Platz eins und alles andere als das Weiterkommen wäre eine Blamage.