Archiv für Februar 2014
Doping-Affäre: Evi Sachenbacher-Stehle kämpft um ihren Ruf
Die aus deutscher Sicht eigentlich gelungenen Olympischen Winterspiele in Sotschi wurden fraglos überschattet durch die positive Dopingprobe von Evi Sachenbacher-Stehle. Die 33 Jahre alte Biathletin ist selbst am meisten geschockt von den im Raum stehenden Vorwürfen, das Stimulanzmittel Methylhexanamin eingenommen zu haben, um ihre Leistung gezielt zu steigern.
Sachenbacher-Stehle, die nach den positiven A- und B-Proben vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auch zu ihrem eigenen Schutz nach Hause geschickt wurde, will indes nichts unversucht lassen, um ihre Unschuld zu beweisen. Unterstützung erhält sie dabei vom DOSB, dessen Chef de Mission Michael Vesper bestätigte, Strafanzeige gegen unbekannt gestellt zu haben: „Damit wollen wir sicherstellen, dass das gesamte Umfeld ausgeleuchtet wird und die Hintermänner erwischt und vor Gericht gestellt werden“, so Vesper, der damit seine Meinung zum Ausdruck bringt, dass Sachenbacher-Stehle unwissentlich gedopt wurde. Zugleich kündigte Vesper an, der zuständige Münchner Schwerpunktstaatsanwaltschaft jegliche Informationen zur Verfügung zu stellen. Die Staatsanwaltschaft hat derweil die Ermittlungen schon aufgenommen und sowohl den Bundesstützpunkt der Athletin in Ruhpolding als auch zwei private Unterkünfte durchsucht.
Im Verdacht steht unterdessen vor allem die Zusammenarbeit von Sachenbacher-Stehle mit einem Mentaltrainer, von dem die Biathletin offenbar auch Nahrungsergänzungsmittel erhalten haben soll, wie Vesper erklärte: „Es war ihre private, persönliche Entscheidung. Sie hat gesagt, dass sie mit einem Mentaltrainer zusammenarbeitet, von dem sie die Produkte bekommen hat.“
Kritik am DOSB
Die Haltung Vespers, der sich mehr oder weniger eindeutig auf die Seite Sachenbacher-Stehles geschlagen hat, stößt allerdings auch auf negative Resonanz. So kritisierte der Dopingexperte Fritz Sörgel einige Aussagen von Vesper, der unter anderem das Stimulanzmittel Methylhexanamin mit Heroin verglichen hatte und zu dem Schluss gekommen war, dass durchaus Unterschiede bestünden: „Kurz vor Ende der Winterspiele lässt der längst nicht mehr tragbare Herr Vesper seinen üblichen Kracher bei Großveranstaltungen los. Man mag solche Vergleiche am primitivsten Stammtisch hören, aber von einem Topfunktionär des deutschen Sports?“
Qualifikation zur EM 2016: Deutschland bei der Auslosung gesetzt
Knapp vier Monate vor Beginn, der mit Spannung und aus deutscher Sicht mit großen Hoffnungen erwarteten Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, rückt vorübergehend schon das übernächste große Turnier in den Mittelpunkt. Am Sonntag werden in Nizza die Qualifikationsgruppen für die EURO 2016 in Frankreich ausgelost. Erstmals gehen in knapp zweieinhalb Jahren 24 statt bislang 16 Mannschaften bei der EM-Endrunde an den Start, was schon der Auslosung etwas an Spannung nimmt.
Ebenso ist es bei der Auslosung zur EM 2016 in Frankreich, an der nun 24 Teams teilnehmen werden und somit auch vermeintlich schwächere Nationen die Möglichkeit haben, auf das Siegertreppchen zu steigen.
Denn während sich etwa bei der im November abgeschlossenen Qualifikation zur WM 2014 nur der Gruppensieger direkt qualifizierte und die Zweiten in Play-offs vier weitere Startplätze ausspielten, sind nun die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe sowie der beste Gruppendritte direkt für die EM 2016 qualifiziert. Und selbst die acht übrigen Gruppendritten haben über die Play-offs noch eine Chance. Kritiker haben schon unmittelbar nach der Reform eine Verwässerung der Qualität bemängelt, was sich nicht wirklich von der Hand weißen lässt, wenn fast die Hälfte der aktuell 54 UEFA-Mitglieder letztlich das Ticket zur Endrunde löst.
Deutschland als Gruppenkopf gesetzt
Für die deutsche Nationalmannschaft, die genau wie Titelverteidiger Spanien, die Niederlande, Italien, England, Portugal, Griechenland, Russland und Bosnien-Herzegowina als Gruppenkopf gesetzt ist, sollte die Qualifikation keine wirkliche Herausforderung werden. Zwar ist eine vergleichsweise schwierige Konstellation mit Belgien, Serbien, Schottland, Island und Kasachstan möglich, doch dass die DFB-Elf dabei nicht mindestens Zweiter wird, erscheint kaum vorstellbar.
Das Positive am erweiterten Teilnehmerfeld ist fraglos, dass in jüngerer Vergangenheit mehrfach knapp gescheiterte Nationen nun eine deutlich bessere Chance haben, wieder einmal oder vielleicht sogar erstmals bei einem großen Turnier vertreten zu sein.
Olympische Winterspiele: Deutschland führt im Medaillenspiegel – Felix Neureuther lässt Start offen
Nach der ersten Hälfte der Olympischen Winterspiele in Sotschi führt Deutschland den Medaillenspiegel mit siebenmal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze vor den Niederlanden sowie Norwegen an und scheint auf dem besten Weg, das im Vorfeld ausgegebene Ziel, unter den ersten Drei zu landen, ohne große Probleme zu erreichen.
Einer der deutschen Hoffnungsträger ist Felix Neureuther, dessen Start im Riesenslalom aber höchst fraglich ist. Der 29-Jährige, der am Freitag auf dem Weg zum Flughafen vor der Abreise nach Sotschi bei einem Autounfall ein Schleudertrauma, geprellte Rippen und eine Zerrung des Bandapparats im Nackenbereich erlitten hat, ließ am gestrigen Sonntag noch offen, ob er am Mittwoch antreten wird.
Neureuther nur im Slalom dabei?
Neureuther selbst ließ durchblicken, dass er zugunsten des Slaloms drei Tage später womöglich den Riesenslalom sausen lassen wird: “Es steht am Samstag der Slalom an und da muss man schon sagen, dass ich im Slalom die größeren Chancen habe.“
Zugleich machte der WM-Zweite im Slalom aber auch klar, nicht um jeden Preis an den Start gehen zu wollen: “Auf Biegen und Brechen, und dass man ein Risiko in Kauf nimmt, das macht keinen Sinn.“ Die endgültige Entscheidung wird wohl in beiden Fällen erst relativ kurzfristig fallen.
Chaos nimmt kein Ende: Felix Magath sagt dem HSV ab
Nach inklusive DFB-Pokal sechs Niederlagen in Serie taumelt der Hamburger SV dem ersten Abstieg seiner Geschichte entgegen. Die Hoffnung vieler Fans, dass Felix Magath den Bundesliga-Dino noch vor dem Sturz aus dem Oberhaus bewahren würde, hat sich auf jeden Fall zerschlagen.
Der 60 Jahre alte Fußballlehrer, der den HSV im Jahr 1983 mit seinem goldenen Tor im Finale gegen Juventus Turin zum Gewinn des Europapokals der Landesmeister schoss, teilte der Öffentlichkeit am Donnerstagabend via Facebook mit, dass er nicht mehr für ein Engagement zur Verfügung steht.
Die Gründe für seine Kehrtwende lieferte Magath, der sich schon auf diversen Stationen als Feuerwehrmann bewährt hat, natürlich mit: “Teile des Aufsichtsrates, der Vorstand sowie die Initiatoren der Gruppe HSVplus haben sich gegen mich gestellt. Wie soll man mit solchen Voraussetzungen einen Verein erfolgreich durch den Abstiegskampf führen?“
“Leider beharren im HSV zu viele der alten Kräfte auf ihren Positionen, sind an einem ehrlichen Neuanfang nicht interessiert“, zeigte sich Magath durchaus auch ein Stück weit resignativ, nachdem noch am Dienstag bei einem Zwischenstand von 7:4 offenbar nur noch eine Stimme für die nötige Dreiviertelmehrheit im Aufsichtsrat gefehlt hatte, um den Radikalumbruch zu vollziehen und Magath mit den Aufgaben des Trainers und Sportchefs zu betrauen.
Spekulationen um Mirko Slomka und Thomas Schaaf
Wie es beim HSV nun auf dem Trainerposten weitergeht, hängt maßgeblich vom Abstiegsgipfel am Samstag bei Eintracht Braunschweig ab. Verliert Bert van Marwijk mit seiner Elf erneut, wird der Niederländer nicht mehr zu halten sein. Für diesen Fall machen mit Mirko Slomka und Thomas Schaaf bereits die Namen von zwei Trainern die Runde, die reichlich Erfahrung mitbrächten und die Bundesliga bestens kennen.
Premier League: Liverpool deklassiert Arsenal – Chelsea neuer Spitzenreiter
Das Titelrennen in der englischen Premier League ist weiterhin so spannend wie selten zuvor in der Geschichte der 1992 ins Leben gerufenen Liga. Zuletzt wechselte die Tabellenführung im Wochentakt, weil sich immer mindestens ein Team uns dem Führungstrio bestehend aus dem FC Arsenal London, Manchester City und dem FC Chelsea einen Patzer erlaubte. Dadurch ist nun mit dem FC Liverpool sogar eine vierte Mannschaft in den Kampf um die Meisterschaft zurückgekehrt.
Die Reds sorgten am Samstag für einen Paukenschlag, als sie den als Spitzenreiter angereisten FC Arsenal mit einer 1:5-Klatsche auf die Heimreise schickten. Bereits nach 20 Minuten lag Liverpool nach einem Doppelpack von Martin Skrtel sowie Toren von Raheem Sterling und Daniel Sturridge mit 4:0 vorne, ehe sich Arsenal zumindest halbwegs fing. Mehr als eine mehr oder minder gelungene Chancenbegrenzung war für die Mannschaft von Trainer Arsene Wenger aber nicht mehr drin. Nach dem 5:0 durch Sterling gelang den Gunners durch einen Elfmeter von Mikel Arteta lediglich noch der Ehrentreffer.
Eden Hazard schießt Chelsea an die Spitze
Kapital geschlagen aus der Niederlage von Arsenal hat Stadtrivale FC Chelsea mit einem souveränen 3:0 gegen Newcastle United. Mann des Tages war der schon seit Wochen überragenden Eden Hazard, der alle drei Treffer erzielte und die Blues an die Tabellenspitze schoss. Chelsea profitierte überdies davon, dass Manchester City bei Norwich City nicht über ein torloses Remis hinausgekommen ist und nun mit zwei Punkten Rückstand, aber der mit Abstand besten Tordifferenz Dritter ist. Arsenal trennt ein Zähler von Chelsea, womit beim nächsten Spieltag am Dienstag und Mittwoch ein erneuter Führungswechsel im Bereich des Möglichen liegt.
Liverpool als Vierter hat zwar sechs Punkte Rückstand auf Platz eins, muss mit Leistungen wie am Samstag aber zu den Titelkandidaten gerechnet werden.