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Archiv für Juli 2015

Tour de France: Froome holt Gesamtsieg – Greipel gewinnt letze Etappe

Während sich der strahlende Gesamtsieger der diesjährigen Tour de France Christopher Froome auf der prestigeträchtigen Schlussetappe feiern ließ, hatte Andre Greipel im Schlussspurt die stärksten Beine und gewann die letzte Etappe. Ein perfekter Abschluss einer starken deutschen Leistung auf der „Großen Schleife“.

Da der Gesamtführende auf der Schlussetappe der Tour de France traditionell nicht attackiert wird, galt für Froome das Motto: Hauptsache ankommen! Trotz regnerischem Wetter in Paris war es für den Briten im Gelben Trikot eine Triumphfahrt. Gleich zu Beginn der Etappe posierte Froome, der die Tour bereits 2013 gewann, zusammen mit Sky-Teamchef David Brailsford und genehmigte sich den obligatorischen Schampus. Während Froome in bester Champagner-Laune Richtung Paris rollte, ging es auch im Feld lange Zeit auf den 109,5 Kilometern von Sevres in die französische Hauptstadt gemächlich zur Sache.

Erst auf den zehn Runden auf dem holprigen Prachtboulevard Champs-Elysees wurde das Tempo merklich angezogen und die Sprinter übernahmen mehr und mehr die Kontrolle. Das beste Ende hatte Andre Greipel, der sich im Schlusssprint gegen seine Konkurrenten durchsetzen konnte und als Erster die Ziellinie überfuhr. Für den 33-Jährigen war der Erfolg der perfekte Abschluss einer glänzenden Frankreich-Rundfahrt, auf der er insgesamt vier Etappensiege verbuchen konnte.

„Paris ist die Sprinter-Hauptstadt im Radsport. Wir haben in diesem Jahr alles richtig gemacht, ich bin superstolz auf die letzten drei Wochen. Alles, was ich in meiner Karriere gemacht habe, zahlt sich jetzt aus“, sagte Greipel nach seinem bedeutendsten Sieg seiner Laufbahn. Mit stolzgeschwellter Brust versprach der „Gorilla“, dass er „auf jeden Fall nicht mit Wasser“ feiern werden. Insgesamt gab es auf der diesjährigen Tour de France sechs deutsche Etappensiege. Keine andere Nation konnte so viele Siege einfahren. Chapeu zu dieser hervorragenden Bilanz.

Christopher Froome hatte indes seinen Gesamtsieg am Samstag eingetütet. Zwar schwächelte er auf der Bergetappe hinauf nach L’Alpe d’Huez und sah seinen Erfolg „echt in Gefahr“, doch am Ende sollte sein Vorsprung auf den Kolumbianer Nairo Quintana ausreichen. „Es ist noch absolut unwirklich. Es ist ein unglaubliches Gefühl, dieses Trikot zu tragen und die Tour wieder gewinnen zu können“, freute sich Froome nach der Ankunft. Zuvor hatte Quintana Froome immer wieder auf der Etappe attackiert und unter Druck gesetzt. Auf den letzen zehn Kilometern konnte sich der Bergfloh dann vom Gesamtführenden absetzen und kam 1:20 Minuten vor Froome ins Ziel. Damit konnte Quinatana aber den Topfavoriten nicht mehr vom Thron stürzen.

Formel 1: Vettel gewinnt turbulenten Ungarn-GP – Mercedes im Pech

Sebastian Vettel hat sich nach einem ereignisreichen Rennen den Sieg beim GP von Ungarn gesichert. Nach einem perfekten Start konnte sich der Ferrari-Pilot an die Spitze setzen und verteidigte die Führung nach einer fehlerfreien Vorstellung bis ins Ziel. Einen Tag zum Vergessen erlebte dagegen Mercedes: Startduell verloren, leichte Schäden an den Silberpfeilen und am Ende musste sich Lewis Hamilton mit dem 6. Platz und Nico Rosberg mit dem 8. Platz zufrieden geben.

Auf dem Hungaroring ging es am Sonntag äußerst abwechslungsreich und spannend zur Sache. Den Sieg schnappte sich Vettel, für den es der zweite Saisonsieg war. Aber auch im Lager von Red Bull herrschte nach dem Rennen ausgelassene Stimmung, landeten doch mit Daniil Kvyat und Daniel Riccardio beide Fahrer auf dem Podium.

Nach der Zieldurchfahrt widmete Vettel mit etwas zittriger Stimme seinen Triumph dem erst kürzlich verstorbenen Jules Bianchi: „Danke Jules, dieser Sieg ist für dich. Wir wussten, früher oder später würde er für dieses Team fahren.“ Mit seinem 41. Grand-Prix-Erfolg hat Vettel jetzt genauso viele GP-Siege auf dem Konto wie die Formel-1-Legende Ayrton Senna. In der Gesamtwertung hat Vettel (160 Punkte) hingegen Boden auf die favorisierten Mercedes-Piloten Lewis Hamilton (202) und Nico Rosberg (181) gut gemacht und kann zumindest wieder ein kleines Wörtchen im Titelrennen mitreden.

Hamilton und Rosberg erwischte in Ungarn derweil einen rabenschwarzen Tag. Nach einem verpatzten Start übernahmen Vettel und dessen Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen die Führung, während Hamilton einen Ausflug ins Kiesbett unternahm und sich auf dem 10. Platz wiederfand. Der Brite kämpfte sich zwar Stück für Stück wieder nach vorne, verlor dabei aber wertvolle Zeit und hatte nach zwölf Runden bereits einen 28-sekündigen Rückstand auf Vettel.

Nach den ersten Stopps sollte sich an der Spitze nichts ändern, sodass Vettel weiter klar vor Räikkönen und Rosberg führte. In der 30. Runde hatte sich Hamilton auf den 4. Platz zurückgekämpft und holte mit seinen weicheren Reifen deutlich auf den vor ihn liegenden Rosberg auf.

Dann wurde Räikkönen vom Pech heimgesucht, da er und sein Ferrari von technischen Problemen ausgebremst wurde und am Ende Fünfter wurde. Als in der Schlussphase nach einem heftigen Crash von Nico Hülkenberg, den der Force-India-Pilot aber unverletzt überstand, das Safety Car raus musste, wurde es noch einmal spannend, da Vettel seinen komfortablen Vorsprung auf die Verfolger komplett eingebüßt hat. Doch der Heppenheimer behielt die Nerven und gewann den Re-Start. Dagegen wurde es für die Silberpfeile noch einmal turbulent, da beide Mercedes-Boliden nach Zweikämpfen mit der Konkurrenz Schaden genommen haben und im Zuge dessen Plätze verloren. Vor allem für Rosberg ärgerlich, der auf Platz 2 liegend in Richtung WM-Führung unterwegs war, aber kurz vor Schluss mit Riccardio kollidierte und sich einen Plattfuß holte. Nach einem unfreiwilligen Boxenstopp wurde er auf den 8. Rang durchgereicht.