Archiv für Dezember 2012
Niederlande: Freiwilliger Linienrichter von Spielern zu Tode geprügelt
Während in Deutschland seit Monaten vor allem über das Fehlverhalten von Fans auf den Rängen der Stadien der Bundesliga und der zweiten Liga diskutiert wird, hat die Gewalt im Fußball in den Niederlanden am vergangenen Sonntag eine neue Dimension erreicht, allerdings nicht neben, sondern auf dem Platz.
Brutale Gewalt in den Niederlanden!
Nach Schlusspfiff des B-Jugend-Spiels zwischen SC Buitenboy und dem SV Nieuw Sloten attackierten fünf und nicht wie zunächst gemeldet, lediglich drei Spieler der Gastmannschaft, Linienrichter Richard Nieuwenhuizen, der sich wie schon häufig zuvor freiwillig zum unentgeltlichen Dienst an der Linie gemeldet hatte, um dort das Spiel seines Sohnes aus nächster Nähe zu verfolgen.
Obwohl das Spiel eigentlich fair verlaufen war, griffen die Spieler des SV Nieuw Sloten im Alter von 15 und 16 Jahren Nieuwenhuizen an, weil sie offenbar mit dessen Abseitsentscheidungen nicht einverstanden waren. Laut Augenzeugenberichten schlugen die Jugendlichen zunächst mit den Fäusten auf ihr Opfer ein und traten den zu Boden gegangenen 41-Jährigen dann auch mit ihren Stollenschuhen.
Linienrichter verstarb noch im Krankenhaus!
Nach dem Angriff ging Nieuwenhuizen zunächst nach Hause und kehrte wenig später sogar zum Sportplatz zurück, um ein weiteres Spiel anzusehen. Währenddessen brach der dreifache Familienvater dann aber zusammen und musste ins Krankenhaus gebracht werden, wo schwere Kopfverletzungen festgestellt wurden und wo er am Montag schließlich verstarb.
Als Konsequenz aus dem Vorfall hat der niederländische Fußballverband alle rund 33.000 Amateurspiele des kommenden Wochenendes abgesagt. Drei der Angreifer sitzen derweil in Isolationshaft und werden in Kürze von der Staatsanwaltschaft Amsterdam wegen Totschlags angeklagt.
Bundesliga: FC Bayern bleibt trotz Remis gegen Dortmund klar auf Titelkurs
Obwohl der FC Bayern München seit nunmehr fünf Bundesliga-Spielen gegen Borussia Dortmund nicht mehr gewonnen hat, befindet sich die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes weiterhin auf klarem Titelkurs. Nach 15 Spieltagen und dem 1:1 im Spitzenspiel gegen den BVB liegt der FC Bayern weiter elf Punkte vor dem wohl größten Titelrivalen aus Dortmund und immerhin noch acht Zähler vor Bayer Leverkusen auf Rang zwei.
November-Trauma überwunden!
Damit die Verfolger vielleicht doch noch einmal ranschnuppern können, müsste sich der FC Bayern schon einige Ausrutscher erlauben, was angesichts der von den Münchnern an den Tag gelegten Konstanz zumindest derzeit kaum zu erwarten ist. Einer der Gründe dafür ist sicherlich der im Vergleich zum Vorjahr vor allem in der Breite deutlich verstärkte Kader, bei dem Ausfälle wie gegen Dortmund von Luiz Gustavo und Arjen Robben nahezu ohne Qualitätsverlust kompensiert werden können.
Wie wichtig es war, auf allen Positionen neue Spieler von internationaler Klasse hinzuzuholen, zeigt sich nun erneut aufgrund einer schweren Verletzung. Nachdem Mario Gomez das erste Saisondrittel verpasste hatte und erst vor einer Woche wieder sein Comeback feierte, erwischte es im Spiel gegen Dortmund nun Holger Badstuber, dessen Verletzung sich auch bei genaueren Untersuchungen als der befürchtete Kreuzbandriss herausgestellt hat. Der Nationalverteidiger wird aller Voraussicht nach sechs Monate ausfallen und somit in dieser Saison nicht mehr ins Geschehen eingreifen können.
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Ausfälle können kompensiert werden!
Mit dem von Borussia Mönchengladbach gekommenen Dante, der sich als absoluter Leistungsträger entpuppt hat, Jerome Boateng und Daniel van Buyten kann Heynckes nun aber immer noch auf drei gestandene Innenverteidiger zurückgreifen: Gegebenenfalls wären auch Javi Martinez und Anatoliy Tymoshchuk Alternativen für das Abwehrzentrum.
Passiert folglich nichts Außergewöhnliches und bleiben Stützen wie Bastian Schweinsteiger und Franck Ribery gesund, dürfte dem FC Bayern der Titel in diesem Jahr nicht zu nehmen sein.